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Fälschungen
Counterfeit cigars


Zigarren sind wie andere Marken- und Luxusprodukte nicht vor Fälschungen gefeit. Im Gegensatz zu Uhren oder Textilien sind hier aber nicht asiatische Betrüger am Werk, sondern meist Einheimische in Kuba oder in der Dominikanischen Republik, also den Ursprungsländern der handgemachten Zigarren. Mit zum Teil plumpen Fälschungen und wunderbaren, herzzerreissenden Stories werden Touristen – aber leider auch Zigarrenkenner – eingelullt und zum Kauf verführt. 

Warum aber werden Zigarren gefälscht und welche Marken sind dafür prädestiniert? Fälscher bevorzugen - wie bei anderen Nachbildungen auch -  hochpreisige und bekannte Marken mit entsprechend hoher Marge-Möglichkeit. Bei den Zigarrenmarken sind dies hauptsächlich die Topmarken ‚Cohiba‘, ‚Montecristo‘, ‚Romeo y Julieta‘ (Kuba) oder ‚Davidoff‘ (Dominikanische Republik), welche in den entsprechenden Ländern häufig auf der Strasse oder am Strand feilgeboten werden. Vielfach weisen diese Zigarren zwar echten Tabak auf, aber in sehr vielen befindet sich dieser in Form von minderwertiger Qualität oder sogar Schnitttabak, zum Teil sogar in Form von Bananenblättern.  

Die Versuchung, Zigarren zu fälschen, ist gross, denn die Marge ist horrend. Beträgt der Lohn eines Durchschnittskubaners zur Zeit ca. € 30 monatlich, liegen die offiziellen Verkaufspreise in Europa einer (!) Zigarre ‚Cohiba Esplendido‘ bei  € 30.-bis €40.- beziehungsweise einer ‚Cohiba Behike 54‘ bei ca. € 42.- bis €-60.-. Fazit: Nur schon mit dem Verkauf von wenigen Zigarren lässt sich das Familieneinkommen massiv vervielfachen. 

Hier darum einige Tipps, wie sie Fälschungen künftig besser erkennen können (siehe auch die Bilder):

- Kaufen Sie nur in offiziellen Stores (in Kuba: in den Casa del Habano, vielmals in den guten Hotels zu finden), in anderen Ländern beim offiziellen Zigarrenfachhandel. Die Originalpreise vor Ort können leicht günstiger sein als in Europa, Schnäppchenpreise gibt es allerdings nicht bei Luxusartikeln, so auch nicht bei originalen Zigarren
- Kaufen Sie Zigarren in der Karibik nie, nie, nie in einem Hinterhof, auf der Strasse oder am Strand, denn nicht nur sind sie mit grosser Wahrscheinlichkeit gefälscht, sondern sie können auch noch die gefährliche Tabakkäfer-Larve nach Hause einführen 

Falls sie Kisten oder Zigarren erhalten sollten:

- Achten Sie darauf, wie die Kiste aussieht, sind die Markenaufdrucke klar und deutlich gedruckt oder wirken sie stümperhaft angebracht?
- Zigarrenkisten aus Kuba weisen IMMER folgende Erkennungszeichen auf:
1. „Habanos“-Siegel schräg über die Kiste verlaufend
2. grün-weisses Garantie-Siegel (neu mit Hologramm, Hologram auf der Oberseite der Kiste), welches die Kiste verschliesst. Die beiden Siegel müssen AUF der Kiste angeklebt sein (und nicht in der Kiste liegen)
3. Fabrik-Code auf der Unterseite der Kiste (Stempel)
4. Brandzeichen (kein Stempel) „Habanos SA, Hecho en Cuba, Totalmento a mano”
- Die sehr teurern Serien ‚Cohiba Behike‘ werden original nur in 10er Kisten angeboten (Fälscher bieten sie häufig in den sonst typischen 25er Zigarrenkisten an)
- Die Standard-Serie ‚Cohiba‘ weist aktuell 3 Reihen von weissen Punkten -  oberhalb des Schriftzuges - auf dem Zigarrenring auf
- Es gibt keine Glasdeckel-Original-Kisten (häufig werden gefälschte ‚Cohibas‘oder auch ‚Davidoffs‘ so angeboten)
-Schäppchenpreise bedeuten meist Fälschung

Beherzigen Sie Tipp 1 und 2 und sie können auch weiterhin sicher sein, originale Ware zu geniessen. In diesem Sinne: „Good smoke."